Aktuelles
Gastspielabend mit preisgekrönten Filmen von Helga und Reinhard Merke aus Köln am 06.10.2025
Die in Filmerkreisen bekannten und sehr erfolgreichen Videofilmer Helga und Reinhard Merke aus Köln kennen wir schon seit vielen Jahren. Beide waren früher auch bei den EUROFILMERN sehr aktiv und uns verbindet seitdem eine lange Freundschaft.
Um sie wieder zu treffen, bat ich Helga und Reinhard mit ihren Filmen zu einem Filmabend nach Ansbach zu kommen. Unser Gästezimmer war sowieso frei, so dass wir eine schöne Zeit miteinander verbringen konnten.
Sie brachten uns u.a. preisgekrönte Reisefilme aus China, Ägypten, Prag und Florenz mit.
Hochaktuell und weil wir die eindrucksvollen Bilder der Tagesschau noch in fester Erinnerung hatten, war das 8-minütige Video „Corona und der Markt in Wuhan“ sehr interessant. Reinhard hatte seine Filmaufnahmen genau auf dem Markt gedreht, wo damals Corona ausgebrochen war. Ein Zeitdokument, das leider Wirklichkeit wurde. Tolle, beeindruckende Aufnahmen!
Sehr gekonnt gestaltet war auch der 20-minütige Film „Kunst, Kirchen und Paläste“ über Florenz. Wunderschöne Aufnahmen, ein gekonnter Schnitt und informativer Text machten den Film zu einem Erlebnis, das wieder Lust auf eine Reise nach Florenz macht. Genau so gut gefiel uns der Film über Prag „Perle der Moldau“.
Leider hatten wir ein kleines technisches Problem mit unserem Vorführgerät, weil es den 20-minütigen Film „Schloss voller Musik“ über die musikalischen Probeaufnahmen der Künstler vor dem Konzert im Schloss Andernach (Rheinland) nicht abspielte. Schade. Ich konnte mir den Film dann zuhause auf dem Laptop anschauen und war total begeistert. Schon allein um diesen absolut gelungenen Film vorzuführen, sollten wir im Frühjahr wieder einen Abend mit Merkes einplanen.
Viel Freude machte uns auch das Video „Rom und die Drehorte der „Tosca“. Der Rundgang durch Rom vorbei an der Engelsburg und anderen Drehorten, kombiniert mit der einfühlsamen Musik und Filmausschnitten der Puccini-Oper Tosca brachte uns diese Oper näher. Ein außergewöhnlicher Film !
Ein besonders liebevoll gestalteter Film war “Die Belohnung“. Ein Video von und über Reinhards Enkelsohn, der als Belohnung eine Fahrt nach Hamburg von den Großeltern bekam. Er durfte mit Unterstützung seiner Großeltern die Fahrt nach Hamburg selbst filmisch gestalten und zeigen, dass er auf den Spuren seines Opas ein würdiger Nachfolger ist.
Liebe Helga, lieber Reinhard – Danke für den tollen Abend mit euren interessanten und vielseitigen Videos ! Wir sollten einen solchen Abend mit euch gelegentlich wiederholen !!!!
18.08.2025 Ansbacher Film- und Videoclub feiert sein 60jähriges Jubiläum

Die Gründung des Film- und Videoclubs Ansbach geht auf das Jahr 1965 zurück. Aus Teilnehmern eines Schmalfilmseminars im Haus der Volksbildung in Ansbach schlossen sich neun Gleichgesinnte zusammen und gründeten unter dem Vorsitz von Hans Zottmann am 18. August 1965 den damaligen „Schmalfilmkreis Ansbach“. Die begeisterten Schmalfilmer drehten zusammen den ca. eineinhalbstündigen Film mit dem Titel „Onoldsbach – Ansbach, Gesicht einer Stadt“. Szenen von Ansbach, den Rokokofestspielen und eines Festzuges wurden in diesem Film festgehalten. Vor einigen Jahren haben die Videofilmer den Originalfilm auf ca. 45 Minuten gekürzt, digitalisiert und mit einer neuen Tonspur versehen, so dass er auch mit neuester Technik vorgeführt werden kann.
Zwei Gründungsmitglieder, Hans Zottmann Clubgründer und 1. Vorsitzender des Vereins sowie unser langjähriger Schatzmeister Edgar Zottmann, der seit 60 Jahren die Finanzen des Vereins verwaltet, sind noch Mitglieder beim Filmclub. Laut der Vorsitzenden Anni Bergauer, die seit über 24 Jahren den Verein mit z. Zt. 22 Mitgliedern leitet, wird sie von den Vorstandsmitgliedern, insbesondere dem seit Jahrzehnten amtierenden Vizepräsidenten Fritz Jordan, bei ihrer Arbeit sehr unterstützt. Ohne die Mithilfe dieser engagierten Vorstandschaft wäre eine effektive Vereinsarbeit nicht möglich.
Zahlreiche öffentliche Veranstaltungen sowie erfolgreiche Wettbewerbe beim BDFA (Bund Deutscher Filmamateure) und beim Europäischen Autorenkreis für Film und Video – den Eurofilmern, machten den Filmclub nicht nur in Bayern sondern auch über Deutschland hinaus bekannt. Bergauer bedauert sehr, dass Nachwuchsfilmer nur sehr schwer zu gewinnen sind, denn sie haben im Internet ihre eigenen Foren und Vereinsarbeit ist da eher lästig.
Natürlich hat sich in den letzten 60 Jahren vieles verändert. Vor allem die Technik. In der Anfangszeit wurde noch mit Normal8 oder Super8-Kameras gefilmt. Der Schnitt und die Vertonung waren sehr aufwändig und selten zufriedenstellend. Heute arbeiten die Filmer nur noch digital, schneiden ihre Videos am PC und führen sie auf Großleinwand mit einem Beamer vor. Aber nicht die teure Technik allein macht gute Filme, sondern die Kreativität und das Können unserer aktiven Mitglieder sind es, die den Namen des FVC-Ansbach weit über die Grenzen hinaus bekannt machten, meinte die Vorsitzende.
Insgesamt vier Filme der Ansbacher Videofilmer erhielten einen begehrten Bayer. Löwen – der höchsten Auszeichnung des BDFA – gestiftet vom Bayer. Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder. Zuletzt ging dieser Preis im Jahr 2020 an das langjährige Filmclubmitglied Franz Stich für seinen Film „Der Gleisumbauzug“. Für seinen Eisenbahnfilm erzielte der Autor insgesamt 7 Auszeichnungen.
In den vergangenen 60 Jahren sind eine Vielzahl von Filmen entstanden, die nicht nur bei nationalen sondern auch bei internationalen Filmfestivals europaweit mit hohen Preisen ausgezeichnet wurden. Beim „Europäischen Autorenkreis für Film und Video“ – den „Eurofilmern“ waren die Videos der Ansbacher Videokünstler in Kopenhagen sehr erfolgreich mit ihrem Gemeinschaftsfilm, dem Spielfilm „... wir wollten doch immer mal nach Venedig“. Bei 85 vorgeführten Filmen aus 12 Ländern erreichten sie Platz 6.
Der Film „Jakob Maria Mierscheid – ein phänomenaler Abgeordneter“ über einen fiktiven Bundestagsabgeordneten wurde u. a. im Berliner Bundestag gedreht und bei Wettbewerben sogar 4 x mit Gold- und 2 x mit Silbermedaillen europaweit ausgezeichnet. Der am weitesten verbreitete Film war die Dokumentation „Der Bezirk Mittelfranken“. Er wurde auch ins Französiche und Polnische übersetzt und fand in diesen Ländern viel Anklang.
Der Film- u. Videoclub ist auch in der Öffentlichkeit mit seinen Filmen präsent. An zwei Nachmittagen zeigte er im vergangenen Jahr im Auftrag des Seniorenbeirats der Stadt Ansbach in den Kammerspielen im voll besetzten Saal mehrere unserer bekannten Ansbacher Videos.
Für die Stadt Ansbach zeichnet der FVC schon seit vielen Jahren die Verleihung des Stadtsiegels an verdiente Bürger in Ansbach mit mehreren Kameras auf. Ein großer Erfolg war im vergangenen Jahr die Aufzeichnung der Uraufführung „Atom Heart Mother Suite“ von Pink Floyd, organisiert von Richard Illig und unterstützt von H-P Krupp in der St. Gumbertuskirche mit 8 Kameras.
Der FVC ist nach wie vor sehr aktiv und würde sich über neue Mitglieder sehr freuen. Neue Mitglieder oder auch Gäste sind stets herzlich willkommen, denn sie bringen auch neue Ideen in den Verein.
60 Jahre Filmclub
Glückwunsch
den erfolgreichen Videofilmern
des Film- und Videoclubs Ansbach
zu Ihrem 60-jährigen Filmclubjubiläum
am 18. August 2025 !!!!
20.07.2025 Ansbacher Filmer beim Clubausflug
Pünktlich um 9 Uhr starteten die Mitglieder und Gäste des Filmclubs bei blauem Himmel und Sonnenschein vom Busparkplatz auf der Inselwiese zum diesjährigen Clubausflug. Unser Vizepräsident Fritz Jordan hatte wieder eine sehr interessante Tour ausgearbeitet.
Mit dem Bus ging es auf einen Rastplatz an der Autobahn. Dort hatten wir für unsere 28 Mitfahrer einen Umtrunk mit Sekt, Saft und kleinen Leckereien wie Käsestangen, Prasselkuchen und Kräcker vorbereitet. Danach ging die Fahrt weiter zum Kloster Plankstetten in der Diözese Eichstätt. Ab 11 Uhr wurden wir durch das hölzerne Hauptportal - dem sog. Paradies, der Verbindungshalle zwischen den Türmen und dem Hauptschiff - in die Kirche der fast 900jährigen Benediktinerabtei in der Diözese Eichstätt geführt. Durch das eiserne Gitter gelangten wir in das Kirchenschiff. Viele Stilepochen prägten die Kirche. Barock die Kanzel, Gotik in der Apsis und Rokoko in der schmerzhaften Kapelle.
Wir besuchten auch die Gruft der Mönche und die besonders beeindruckende byzantinische Krypta. Die Unterkirche wurde ca. 1990 im byzantinischen Stil der Ostkirche ausgemalt und gemäß der griechisch-katholischen Kirche liturgisch eingerichtet. Sehr beeindruckend und wirklich einmalig.
Nach einem sehr leckeren Mittagessen in der Klosterschenke ging unsere Tour weiter zur historischen Treidelfahrt auf dem Königs-Ludwigskanal. Beim Treideln wird ein Lastkahn von einem Pferd über das Wasser gezogen. Wie anno dazumal werden auf dem Alten Kanal, den König Ludwig I. von Bayern für den Warentransport bauen ließ, historische Fahrten für Besucher angeboten. Während der Ludwig-Donau-Main-Kanal an anderen Stellen wieder aufgefüllt wurde, genießt man in Berching seine ruhigen Ufer an Bord der „Alma Viktoria“. Ca. 80 Personen passen auf so ein Treidelboot. Deshalb waren außer uns auch noch andere Passagiere anwesend. Leider war die Durchfahrt der Schleuse wegen Niedrigwasser nicht möglich.
Anschl. ging es zur Kutscheralm zum Kaffeetrinken. Leckerer selbst gebackener Kuchen und Kaffee warteten auf uns. Leider auch viele Fliegen, die sich auf unsere leergegessenen Teller stürzten.
Um ca. 18 Uhr waren wir dann wieder zurück in Ansbach. Ein sehr schöner Ausflug neigte sich dem Ende zu. Vielen herzlichen Dank lieber Fritz und liebe Gabi für eure gelungene Organisation!
16.06.2025 Brettheimfilm beim FVC Ansbach
Ein besonders schweres Thema hatte die Vorsitzende des FVC für den Clubabend am Montag, den 16.06.2025 ausgewählt.
“Es geschah in Brettheim...- als der Frieden schon so nah war!“ war der Titel eines Filmes der Dokumentargruppe der Oskar-von-Miller-Realschule Rothenburg o.d.T. Als Vertretung von Herrn Pohle, der leider verhindert war, kamen Frau Kerstin Schmidt und Herr Thomas Hufnagel, die uns auch für unsere Fragen zur Verfügung standen.
Die schreckliche Tragödie Anfang April 1945 in Brettheim haben die Schüler und Schülerinnen der Dokumentargruppe der Oskar-von-Miller-Realschule in Rothenburg o.d.T. sehr anschaulich in ihrem Film festgehalten. Sie zeigten in ihrer Dokumentation welche unglaublichen Gräuel noch kurz vor Kriegsende dort verübt wurden.
Vier ca. 15jährige Hitlerjungen bewaffnet mit Panzerfäusten, einem Gewehr und Hand-granaten liefen durch Brettheim um dort Panzeraufklärung zu betreiben. Die Brettheimer wussten, dass wenn die Amis kommen jeder Widerstand sinnlos ist. Friedrich Hanselmann, Friedrich Uhl und anderen war sofort klar, die Waffen müssen weg. Gemeinsam entwaffnen sie die Jungen und versenkten die Panzerfäuste im Feuerlöschteich.
Die deutsche Wehrmacht war nicht mehr in der Lage das Land zu verteidigen. Doch die SS hielt am Glauben des Endsieges fest und forderte von der Bevölkerung eisernen Durchhaltewillen. Im Brettheimer Rathaus wurde noch am gleichen Abend ein Standgericht einberufen. In der von SS-Sturmbandführer Gottschalk brutal geführten Verhandlung drohte er das Dorf anzuzünden und Brettheimer Bürger erschießen zu lassen. Wegen „Wehrkraftzersetzung“ wurden Hanselmann und Uhl sofort zum Tode verurteilt. Leonhard Wolfmeyer und BGM Leonhard Gackstatter verweigerten die Unterschrift unter das Todesurteil und wurden deshalb verhaftet und ins Rothenburger Gerichtsgefängnis gebracht.
Im Schillingsfürster Schloss wurden Gagstatter und Wolfmeyer von Major Otto zum Tode verurteilt. Am Abend wurden Hanselmann, Wolfmeyer und BGM Gackstatter von SS-Angehörigen und Hitlerjungen erhängt. Die Leichen mussten 4 Tage zur Abschreckung hängen bleiben.
Als die Amis eine Woche nach der Hinrichtung der 3 Männer nach Brettheim kamen und zur kampflosen Übergabe auffordern, wagte niemand die weiße Fahne zu zeigen. Die SS erklärte das Dorf zum „Eckpfeiler der Deutschen Verteidigung“.
Brand- u. Splitterbomben der US-Luftwaffe töteten 4 Brettheimer, 3 evakuierte Frauen und 1 Kind, 3 russische Zwangsarbeiter und 1 deutschen Soldaten. Sie zerstörten viele Häuser. Deutsche Soldaten beschossen das stark zerstörte Dorf. 6 weitere Tote, darunter 2 Kinder. Der Kampf um Brettheim hatte 18 Menschen das Leben gekostet. Mehr als ¾ aller Gebäude wurden zerstört bzw. beschädigt.
1955 begann die Zeit von 3 Prozessen gegen SS-General Simon, Sturmbannführer Gottschalk und Major Otto. Der Ausgang der Prozesse war für die Brettheimer Bevölkerung sehr enttäuschend, denn die Angeklagten wurden freigesprochen. Nur Gottschalk wurde im letzten Prozess 1960 wegen eines Formfehlers zu 3 ½ Jahren Gefängnis verurteilt.
Es war Film, der uns alle sehr berührt hat. Es herrschte nach Ende der Vorführung minutenlange Stille. Wir waren alle sehr entsetzt. Uns fehlten in Anbetracht dieser Grausamkeiten einfach die Worte!
Nach kurzer Zeit erzählten dann doch einige Anwesende – die ja damals noch als Kinder den 2. Weltkrieg erlebt hatten – von eigenen Kriegserlebnissen und denen ihrer Eltern. Wir waren alle tief betroffen und hoffen, dass wir nie wieder solche schlimmen Situationen erleben müssen!!!!